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Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde!Es war getan fast eh gedacht;Der Abend wiegte schon die ErdeUnd an den Bergen hing die NachtSchon stand im Nebelkleid die EicheEin aufgetürmter Riese, da,Wo Finsternis aus dem GesträucheMit hundert schwarzen Augen sah.Der Mond von einem WolkenhügelSah kläglich aus dem Duft hervor;Die winde schwangen leise FlügelUmsausten schauerlich mein OhrDie Nacht schuf tausend UngeheuerDoch frisch und fröhlich war mein MutIn meinen Adern welches Feuer!In meinen Herzen welche Glut!Dich sah ich, und die milde FreudeFloß von dem süßen Blick auf mich;Ganz war mein Herz an deiner SeiteUnd jeder Atemzug für dich.Ein rosafarbenes FrühlingswetterUmgab das liebliche Gesicht,Und Zärtlichkeit für mich - ihr Götter!Ich hofft es, ich verdient es nicht!Doch, ach schon mit der MorgensonneVerengt der Abschied mir das HerzIn deinen Küssen welche Wonne!In deinem Auge welcher Schmerz!Ich ging und du standst und sahst zu ErdenUnd sahst mir nach mit nassen Blick:Und doch welch Glück geliebt zu werden!Und lieben, Götter, welch ein Glück!von Johann Wolfgang von Goethe"Dein Tür ist immer offen, Alte... warum ist das so?" fragte die Kleine."Das ist für die, die wirklich hier gewohnt haben und wiederkommen" antwortete die Alte und schlug sich dabei mit der Hand auf die linke Brust.Die Kleine wollte gerade zu "Kommt denn überhaupt... " ansetzen, als die Tür aufschwing und ein langhaariger bärtiger Mann eintrat und sich an den Tisch setzte.Die Alte lächelte nur.
"Wo warst du, Kleine?", fragt die Alte - dann erst betrachtete sie sie näher.
Es war gerade keine Zeit solche Fragen zu stellen.
Die Narben und die noch nicht verheilten Wunden sprachen eine eindeutige Sprache.
"Stell dich zu mir, Kleines - in das Auge des Sturms."
"Du hast mich angelogen, Alte. Alles wird gut, hast du gesagt."
Die Alte betrachtete die Kleine eine Weile. Dann seufzte sie. Es war keine Zeit für Vorträge. Keine Zeit für eine Gardinenpredigt. Keine Zeit für eine weitere Lektion.
Noch nicht.
Jetzt war Zeit für Wahrheiten.
"Nein, Kleines. Ich habe nicht gelogen, aber du bist erst die Hälfte der Strecke gegangen. Der eigentliche Weg ist viel länger. Und manchmal fühlt es sich an, als wäre man noch gar nicht los gegangen. Bist du aber und jetzt bist du bei mir."
So standen sie da - beide im Auge des Sturm. Die Kleine mit traurigen Augen und die Alte mit einem leichten Lächeln. Sie wußte, was kommen würde.

können seltsame Dinge passieren, sagte die Alte. Ich weiss, lächelte die Kleine. Aber es ist nicht die Zeit des El Nino - dieses Mal sind die Dinge gut.
Sie hat recht, dachte die Alte. Verdammt nochmal, sie hat recht! Und lächelte ebenfalls.
Komm!, sagte die Alte, wir müssen los - die Zeit ist reif. Die Kleine eilte ihr nach. Wo wollen wir hin? Sie erreichen den Fluss. Ist es so weit?, flüstert die Kleine. Sieh gut hin, sagt die Alte. Sie trieben an ihnen vorbei - aufgequollen, im Stadium der fortgeschrittenen Verwesung und begleitend von einem ekelerregenden Geruch, den die Kleine nie vergessen würde. Was ist mit ihnen passiert?, fragte die Kleine angewidert. Nichts, erwiderte die Alte und zuckte mit den Schultern - sie sind, wie sie schon immer waren. Dann drehte sie sich zu der Kleine, packte sie an den Schultern und schaute ihr prüfend in die Augen. Jetzt kannst du sehen, was die ganze Zeit da war und was du nicht sehen konntest oder wolltest.Und kann man ihnen denn nicht helfen?, fragte die Kleine bittend.Die Alte lächelte - die Zeit war zwar reif, aber das Herz war nicht hart geworden. Sie hatte gute Arbeit geleistet. Sie schüttelte den Kopf. Sie waren schon immer so und du kannst das nicht ändern. Die Kleine begriff und nickte - sie tun mir leid.Die Alte seufzte. Ich weiss. Dann drehten sie sich um und gingen heim.
Es gibt Narben, die heilen nie, sagte die Kleine.Tun sie, sagte die Alte und hob ihr Hemd. Irgendwann tun sie es. Es muss nicht jetzt sein, du hast ein Lebenlang Zeit. Und irgendwann werden auch ihre Leichen an dir vorbeischwimmen.Bei dem Gedanken daran fröstelte die Kleine.